Berlin/Bonn, 5.7.2005
Eine konsequente weitere Unterstützung der innerafrikanischen Reformbestrebungen erwartet die Gemeinsame Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE) vom G 8-Gipfel, der am 6. Juli im schottischen Gleneagles beginnt. Die zweifellos notwendige Ausweitung der Hilfe für Afrika sollte sich an Fortschritten der Initiative für eine „Neue Partnerschaft für Afrikas Entwicklung (NePAD)“orientieren, mit der sich afrikanische Staaten zu guter Regierungsführung und wirtschaftlichen Reformen verpflichtet haben. „Die GKKE sieht sich dabei in Übereinstimmung mit kirchlichen Partnern in Afrika, die NePAD als vielversprechendes Reformvorhaben einschätzen, das auf eine entwicklungskonforme Gestaltung von Staat und Gesellschaft zielt“, heißt es in der Zwischenbilanz zur Umsetzung der NePAD-Initiative, die die GKKE im Hinblick auf den G 8-Gipfel heute in Berlin vorgelegt hat.
Als künftige Herausforderung an den NePAD-Prozess sieht die GKKE vor allem eine schlüssige Fortführung der sogenannten Peer Reviews, die eine überstaatliche Kontrolle der Reformen ermöglichen. Hier mangelt es nach Einschätzung der GKKE an der erforderlichen Transparenz. Auch auf dem Gebiet der Krisen- und Konfliktprävention sind verstärkte Anstrengungen der afrikanischen Länder dringlich; nach Auffassung der GKKE muss mehr Aufmerksamkeit auf politische Interventionen im Vorfeld sich abzeichnender Konflikte gelegt werden. Als „nicht mehr hinnehmbar“ bezeichnet die GKKE das beharrliche Schweigen afrikanischer Politiker zur Situation in Simbabwe.
Die GKKE begrüßt die Absicht des G 8-Gipfels zu einem weiteren Schuldenerlass fürhochverschuldete arme Staaten. Sie hält es jedoch in Übereinstimmung mit zahlreichen kirchlichen Äußerungen der jüngsten Zeit für erforderlich, mehr Länder in den Erlass einzubeziehen, um ihnen die Erreichung der Millenniumsziele zu ermöglichen.
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