GKKE fordert Bundesregierung zu einem Sofortprogramm auf
Berlin, den 5.4.2004 – Ein Sofortprogramm zur Armutsbekämpfung fordert die Gemeinsame Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE) in ihrem heute vorgestellten Bericht über die Umsetzung des Aktionsprogramms 2015 der Bundesregierung. Es sei bisher nicht gelungen, das Potential des Aktionsprogramms auszuschöpfen und messbare Fortschritte auf dem Weg zur Halbierung der extremen Armut bis zum Jahr 2015 aufzuzeigen, kritisiert die GKKE.
Grundsätzlich schätzt die GKKE das Aktionsprogramm 2015 weiterhin positiv ein. Sie sieht in ihm einen innovativen Ansatz zur Verbreiterung der Armutsbekämpfung über die direkte Unterstützung armer Bevölkerungsgruppen hinaus. Die armutsmindernden Effekte einer indirekt ansetzenden globalen Strukturpolitik, wie sie im Programm favorisiert wird, blieben jedoch weiterhin vage, stellt die GKKE fest. Um die Wirkungszusammenhänge messbar zu erhöhen, empfiehlt die GKKE ein Sofortprogramm, das die verschiedenen Ansätze und Ebenen des Programms modellhaft auf die vier Schwerpunktländer des Aktionsprogramms konzentriert. Dabei handelt es sich um Bolivien, Mosambik, Jemen und Vietnam.
Die GKKE kritisiert ferner, dass die für direkte Armutsbekämpfung aufgewendeten Mittel der Selbsthilfeförderung und der sozialen Grundsicherung seit dem Beginn des Programms stagnieren. Vor allem im Bildungs- und Gesundheitsbereich sieht die GKKE die Notwendigkeit einer verstärkten Förderung.
Mit dem Aktionsprogramm 2015 will die Bundesregierung einen Beitrag zur Halbierung des Anteils extrem Armer an der Weltbevölkerung bis zum Jahr 2015 leisten. Das Programm geht auf die Erklärung der Millenniumsziele durch die Vereinten Nationen im Spätsommer 2000 zurück. Es wurde am 4. April 2001 von der Bundesregierung beschlossen. Als extrem arm gelten Menschen, die mit weniger als einem Dollar pro Tag auskommen müssen. Ihre Zahl beläuft sich weltweit auf 1,2 Milliarden.
Rückfragen: Jürgen Hambrink, Tel. 030-20355307
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